USA :: Chicago

Chicago – Windy City. Dieser Titel einer Reportage, die wir im Vorfeld unserer Reise sahen, bestätigte sich am ersten Abend in Chicago sofort. Wir kamen gegen 14 Uhr am Hotel an und durften auch schon einchecken. Das Zimmer wieder etwas besser als in Washington. Nach der üblichen kurzen Pause, liefen wir durch die Straßen Richtung Lake Michigan.

Unser Hotel lag wieder einmal im Zentrum und wir brauchten knapp 20 Minuten zum Navy Pier. Der Navy Pier, eine klassische Kombination aus Shops, Food Court und Entertainment und es fehlten natürlich nicht die Anlegestellen der Aussichtsschiffe und das Hotel direkt auf dem Pier. Zum Unterhaltungsangebot zählt ein IMAX, welches wir am selben Abend noch besuchten, um uns den Kassenschlager ‚The Dark Knight‘ anzusehen ($15 pro Person). Da wir uns für die Spätvorstellung entschieden hatten (22 Uhr), blieb uns genug Zeit, etwas die Seepromenade entlang zu laufen. Der Lake Michigan hat erstaunlich türkis-farbenes Wasser und entlang des Ufers stehen verschiedene Strände zur Auswahl. Ostsee-Qualität.

Song Chicago: Sufjan Stevens – Chicago (by beemp3.com)
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Weswegen wir uns entschieden, noch einen Strandbesuch in unser Programm aufzunehmen. Der Wind fegte durch die Schluchten zwischen den Hochhäusern und wir benötigten ‚endlich‘ einmal unsere mitgebrachten Jacken und langen Hosen. Auf dem Rückweg nach dem Kino, immerhin Nachts um Eins, fühlten wir uns nicht unsicher, obwohl sehr wenige Menschen auf den Straßen unterwegs waren. Bis jetzt hatten wir es immer vermieden, in den Großstädten nach 22 Uhr unterwegs zu sein.

Kurzinfo Lake Michigan:

  • gehört zu den fünf größten Seen Nordamerikas
  • liegt als einziger dieser fünf vollständig in den USA
  • grenzt an die Bundesstaaten Illinois, Indiana, Wisconsin und Michigan
  • über die Straits of Mackinac verbunden mit dem Lake Huron
  • entlang seiner Küste leben etwa 12 Millionen Menschen

Quelle: Wikipedia

Am nächsten Morgen (Dienstag) schliefen wir etwas länger und machten uns dann auf, um Downtown Chicago zu erkunden. Vier Querstraßen weiter befand sich DIE Einkaufsmeile von Chicago. Entlang der Magnificent Mile befinden sich zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten (einzelne Shops, aber auch mehrere Plazas). In Chicagos Straßen sahen wir wieder mehr Grün. Bäume und gepflegte Blumenbeete prägen das Bild und wie in allen bisher besuchten Großstädten gibt es mehrere Parks, welche zum schlendern einladen. Zurück im Hotel begaben wir uns noch auf das Sonnendeck, neben Pool und Fitnessraum. Nach dem zugegeben etwas unspektakulären, ruhigen Tag gingen wir früh zu Bett, denn der nächste Tag sollte etwas ereignisreicher werden.

Der Mittwoch begann Morgens um 7 Uhr. Um gutes Licht für Photos zu haben und die ersten am Fahrradverleih zu sein, liefen wir um dreiviertel Acht zum Navy Pier. Bei Bike and Roll liehen wir uns zum ISIC-Tarif zwei Beach-Cruiser (ohne Gangschaltung, dafür mit Rücktritt, $20 pro Rad/Tag). Mit denen wollten wir den 18 Meilen langen Lakefront Trail befahren. Dieser verläuft entlang des Lake Michigan und ist für Läufer, Radfahrer und Inline-Skater gleichermaßen gedacht. Wir starteten in der Mitte (ca. bei Meile 10) und fuhren zuerst Richtung Süden vorbei am Chicago Harbor, diversen Museen (Shedd Aquarium, Adler Planetarium, Field Museum) und einigen Parks. Rechts die Skyline von Chicago, links öfter mal Yacht-Clubs und Strände. Beim Schild mit der 18 darauf angekommen, drehten wir um und bemerkten, dass wir die ganze Zeit Rückenwind hatten und nun immerzu gegen den Wind strampeln mussten. Da es aber nur ab und zu leicht bergauf und bergab ging, war es für uns Thüringer-Wald-Bewohner trotz der Grundausstattungsfahrräder kein Problem. Zurück am Navy Pier genehmigten wir uns eine Mittagspause und probierten America’s Dog-Hotdogs. Das Preis-Sättigungs-Verhältnis ließ zu wünschen übrig und in Zukunft bleiben wir bei unseren ‚gewohnten‘ Alternativen.

Nach der Mittagspause fuhren wir weiter zum Oak Street Beach zum sonnen und entspannen. Die Strände, wie gesagt mit feinem Sand und das blaue Wasser nach 2 Metern algenfrei, werden überwacht von Life-Guards und sind (zumindest in der Woche) nicht überfüllt. Nach zwei Stunden Bratens in der Sonne und zwei Tauchgängen setzten wir uns wieder auf unsere Räder, um auch den nördlichen Teil des Lakefront Trails zu befahren. Auch hier Skyline, Parks, Strände, Golfplätze und viele Sportler. Es fällt uns immer wieder auf, dass es in den Großstädten, welche wir bis jetzt besucht haben, viele Sporttreibende gibt. Allen voran Läufer (Jogger), welche wir zu jeder Tageszeit und egal, wie hoch die Temperaturen waren, gesichtet haben. Beim zweiten 18-Meilen-Schild des Tages angekommen, drehten wir um und fuhren zurück zum Navy Pier. Nach knapp 58km im Sattel gaben wir unser Gefährt wieder ab und liefen für eine erfrischende Dusche zurück ins Hotel. Mit weniger Gepäck auf dem Rücken liefen wir noch einmal zum Millennium Park und dem direkt anschließenden Grant Park. Besichtigten die verschiedenen Gebäude, Denkmäler und entdeckten auf dem Rückweg zum Navy Pier noch einige Ecken, welche wir bis dahin von Chicago noch nicht gesehen hatten. Dabei entstanden auch die Photos der nächtlichen Skyline. Auf dem Navy Pier holten wir uns Abendbrot und sicherten uns einen Platz, um das im Sommer zweimal wöchentlich stattfindende Feuerwerk zu sehen. Nach einem langen Tag freuten wir uns auf unser bequemes Bett, denn ab jetzt heißt es: Camping!

Wie immer die Hoteleinschätzung:

  • Best Western River North Hotel
  • im Zentrum gelegen, alles zu Fuß erreichbar
  • kostenlos Internet (W-LAN, Netzwerkkabel)
  • Pool und Sonnendeck
  • kein Frühstück
  • Kostenloser Parkplatz/Tiefgarage direkt am Hotel
  • Drei Nächte für: $474,65

Die nächsten zwei Tage stehen uns lange Fahrten bevor. Die erste mit knapp 800km.















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