Island :: Seydisfjördur

Nach dem üblichen Morgenprozedere ging es gegen 10 Uhr los Richtung Osten. Wir tankten noch einmal voll und verließen Akureyri und den Eyafjördur dann über die Berge auf der Ringstraße 1. Unser Ziel für heute war der See Mývatn (Mückensee), dessen Becken direkt auf dem mittelatlantischen Rücken liegt, weshalb der Mývatn von einer vielfältigen Landschaft umgeben ist.

Unterwegs hielten wir noch am Goðafoss, dem Wasserfall der Götter. Ein kleiner Weg führt vom Parkplatz zur hufeisenförmigen Schlucht. Im Jahre 1000 bekam der Wasserfall seinen Namen, als der Gesetzessprecher Þorgeir gezwungen war, eine Entscheidung über die Religionszugehörigkeit der Nation zu fällen. Er entschied, dass Island eine christliche Nation sei und warf auf dem Nachhauseweg die heidnischen Götterstatuen ins Wasser.Das Wetter blieb den ganzen Tag etwas unentschlossen, Wolken und Sonne wechselten sich ab, die Temperaturen lagen bei ca. 9°C. Am Mývatn angekommen, umrundeten wir den See einmal im Uhrzeigersinn, beginnend bei Reykjahlið. Eigentlich wollten wir in Reykjahlið die Nacht verbringen, aber dort lief noch alles im Vorbereitungs-Modus und wir entschieden uns, weiterzufahren. Reykjahlið ist der größte Ort am See (ca. 250 Einwohner) und ein guter Ausgangspunkt für Wander- oder Radtouren. Unser erster Stopp war der Tephra (griech. Asche)-Krater Hverfell. Wir bestiegen den Krater (463m Höhe) und schauten von oben weit über die umgebende Landschaft und in den Krater hinein (1040m Durchmesser). Weiter gings zum nächsten Halt: das Lavafeld Dimmuborgir. Verschiedene Eruptionen sind für die Entstehung der Felsnadeln, Säulen, Torbögen und Höhlen verantwortlich. Auf gut ausgeschilderten Wegen kann man durch das Lavafeld wandern und auf jeden Fall sollte man sich die Felsformation Kirkja (Kirche) nicht entgehen lassen. Im zweiten größeren Ort Skútusstaðir aßen wir Mittag und begaben uns auf die zweite Hälfte des Rundkurses. Auf der Westseite des Sees gibt es viele kleine Inseln, die Pseudokrater sind. Entstanden sind sie durch das Zusammentreffen von flüssiger Lava und Wasser. In den Mývatn Nature Baths (Eintritt 2000ISK pP, nicht vergessen, die ADAC-Karte zu zeigen!) entspannten wir für eine Stunde im blauen Wasser. Ähnlich der Blauen Lagune bei Keflavík ist das Wasser schön warm und von einer blauen Farbe, allerdings hat man hier permanent den Schwefelgeruch der geothermalen Aktivitäten in der Nase.

Mal wieder auf die länger andauernde Helligkeit in Island verweisend, fällten wir die Entscheidung, weiter zu fahren. Die Homepage des isländischen Straßenamts hatte uns schon verraten, dass im Moment alle Zufahrtsstraßen zum Dettifoss gesperrt sein würden. Wir glaubten es trotzdem erst, als wir davor standen. Somit konnten wir uns leider den berühmtesten Wasserfall Islands nicht mit eigenen Augen anschauen und können seine Wassermassen nicht mit denen der Niagara-Fälle vergleichen. Unsere nächste Station war Egilsstaðir im Osten Islands. Dort holten wir unser Abendbrot ab und fuhren dann die letzten knapp 20km über einen Bergpass bis in die Ostfjorde nach Seyðisfjörður, hier kommen die Fähren aus Norwegen an. Wir kamen in der örtlichen Jugendherberge in einem ehemaligen Krankenhaus unter und verbrachten einen ruhigen Abend. Unterkunft Seyðisfjörður:

  • Jugendherberge Hafaldan
  • Doppelzimmer 8400 ISK (Schlafsackunterkunft)
  • Gemeinschaftsküche, -raum, Waschmaschine
  • Internet und W-LAN




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