Island :: Reykjavik

Ja, wir sind angekommen. Am späten Freitag Nachmittag sind wir bei Sonnenschein in Keflavik gelandet.

Nachdem wir mehrere Tage lang unsere Reise gefährdet sahen, kam am Mittwoch die Nachricht, dass ab Donnerstag der Flugverkehr über dem europäischen Raum wieder ‚rollt‘. Unser Flug ab Frankfurt startete pünktlich und verlief ohne größere Turbulenzen. Der erste Blick auf die Insel war weiß, atemberaubend weiß. Um das Thema Flug gleich abzuhaken: der Flughafen in Keflavik wurde am Freitag gesperrt, nachdem der Wind gedreht hatte und die Asche nun Richtung Westen trug. Wenn das nun kein gutes Zeichen ist, dass wir den einen Flug-Slot erwischt haben… :) Wir sind gespannt auf den Tag unseres Rückfluges gen Deutschland in drei Wochen.Unser Gepäck konnten wir nach der Landung sehr schnell in Empfang nehmen, ebenso unseren Mietwagen. Ein weißer (!) Rav4 (5 Türer), der uns genug Platz bieten sollte. Für Island sind wir auf keine Navigationsgerät-Daten gestoßen und so üben wir uns im Karte lesen. Da Island über nicht allzu viele Straßen verfügt, wird uns das hoffentlich gut gelingen. Unser Hostel fanden wir nach einer Fahrt von ca. 60min. Wir checkten ein und liefen noch eine Runde durch Reykjaviks Zentrum. Die Sushi-Bar blieb leider hinter unseren Erwartungen zurück und so gingen wir zurück ins Hostel. Im Moment sind die Tage in Island schon länger und somit auch morgens früher hell und abends später dunkel. Dafür gibt es Rollos.

Am nächsten Morgen stehen wir 5:30 Uhr auf (Ortszeit GMT). In Deutschland ist es schließlich schon halb Acht. Frühstück gibt es im Hostel: lecker Bagels, Marmelade, Kaese, ein wenig Obst/Gemüse, Kaffee, Saft und Müsli. Wir starten unseren Stadtrundgang. Eine Zusammenstellung aus einer Reykjavik-Broschüre und dem Lonely Planet. Das Wetter bleibt den ganzen Tag sonnig, aber trotzdem ist der Wind scharf. Wir umrunden den See Tjörnin, laufen die Einkaufsstraße Bankastræti entlang und die Skólavöðustigur hinauf zur Hallgrímskirkja. Vor der riesigen Betonkirche steht eine Statue von Leifur Eríksson, dem ersten Europäer, welcher zufällig auf Amerika stieß. Die Architektur und das schlichte Innere der Kirche werden durch eine riesige Orgel mit 5275 Pfeifen ergänzt. Für 400 ISK kann man acht Stockwerke nach oben in den Turm der Kirche fahren. Da die Kirche das höchste Gebäude ist, wird man mit einem tollen Rundum-blick über Reykjavik belohnt. Wir liefen zurück zum Hostel, um unser Auto zu besteigen.

Weiter ging es in den Süden der Stadt, um das Perlan zu besuchen. Es liegt auf dem Hügel Öskjuhlið und besteht aus mehreren riesigen Heißwassertanks. Außerdem beherbergt es das Sagamuseum. Laut Lonely Planet absolut einen Besuch wert. Leider wurde der Eintrittspreis von 900 ISK auf 1500 ISK angehoben und wir entschieden uns gegen einen Besuch. Im vierten Stock gibt es aber eine Plattform, von der aus man einen schönen 360° Blick hat. Auf dem Hügel gibt es einige Wanderwege nach unten und wir wählten einen Richtung Thermalstrand Nauthólsvík. Importierter Sand und künstliche heiße Quellen, die das Wasser bis auf 20°C erwärmen, machen diesen Ort zu einem beliebten Ausflugsziel im Sommer. Der Wind hielt uns vom Baden ab, aber zum Hand-reinhalten reichte es (gefühlte 16°C Wassertemperatur). Die nächste Station ist das Kringlan-Shoppingcenter im typisch amerikanischen Stil. Wir schlendern und versorgen uns dann in einem Supermarkt mit einigen Lebensmitteln. Die Umrechnung im Kopf gestaltet sich immer wieder etwas schwierig, da der Kurs so ‚ungerade‘ ist. Den restlichen Nachmittag verbringen wir mit Schlendern durch Reykjaviks Gassen, Leute gucken und Kaffee trinken. Das Abendessen wird mexikanisch im Santa Maria, einem Bistro, mit Vorsuppe, Knoblauchbrot, Nachos und Tacos. Als wir ins Bett gehen, ist es draußen noch hell.

Den dritten Tag verbringen wir im Auto. Auf dem Weg zu den verschiedenen Sehenswuerdigkeiten des Golden Circle. Wir fahren Richtung Nord-Osten in den Nationalpark Þingvellir. Neben der historischen Wichtigkeit des Alþings (demokratisches Parlament seit 930 n.Chr.) ist der Nationalpark auch bekannt für die auseinander-driftenden Kontinentalplatten Amerikas und Eurasiens. Vorbei am Laugarvatn ging es zum Geysir. Als Namensgeber für alle Verwandten weltweit, spuckt der Geysir seine 80m hohen Fontänen meist nur nach heftigen Erdbeben in die Luft. Sein Nachbar Strokkur dagegen tut dies ca. alle 10min mit einer Höhe von 15-30m. Den Abschluss bildete Islands berühmtester Wasserfall Gulfoss. Aus 32m schießen die Wassermassen in eine enge Schlucht. Je nach Windrichtung gibt das eine ordentliche Dusche aus Wassertröpfchen. Für den Rückweg nahmen wir eine andere Strecke und fuhren ein gutes Stück am Ufer des Þingvallavatn entlang. Ein Ort, an dem man sein Ferienhäuschen errichten könnte, inklusive malerischem Ausblick auf den See.

Zurück in Reykjavik stärkten wir uns mit einer Pizza und fuhren dann weiter zur Blauen Lagune. Lonely Planet vergleicht den Status der Blauen Lagune für Island mit dem des Eiffelturms für Paris. Ein warmes Badevergnügen im 38°C warmen, milchig weißem Wasser kostet 23 Euro. Mehr als 2 Stunden braucht man unserer Meinung nach nicht einplanen, da man spätestens dann total aufgeweicht ist. Der Besuch lohnt sich trotzdem: umgeben von schwarzer Lavalandschaft, im warmen weißen Wasser mit aufsteigendem Dampf und im Gesicht eine Portion des heilenden Kieselerdeschlamms, ist schon eine Erfahrung wert. Auf dem Rückweg fuhren wir ein Stück die Küste entlang, um unser Auto dann durch eine Mondlandschaft ohne Bewohner zu lenken. Am Kleifarvatn vorbei hielten wir bei Seltún, einem Geothermalfeld. Etwas überrascht wurden wir von dem plötzlichen Dampfausstoß eines ehemaligen Bohrlochs. Zum Glück standen wir gerade auf der anderen Seite des Fußweges, denn der spaetere Hand-davorhalten-Test bewies eine sehr hohe Temperatur, die bestimmt zu Verbrennungen geführt hätte. Gegen 20 Uhr stiegen wir aus dem Auto und holten uns einen letzten Snack in der Stadt. Isländer mögen Hot Dogs und so probierten wir einen bei  Bæjarins Beztu (280 ISK das Stueck).

Wir entschieden uns für einen weiteren Tag in Reykjavik, um euch auf den aktuellen Stand zu bringen und noch ein wenig die Annehmlichkeiten zu genießen. Außerdem nutzen wir die Gelegenheit, die weitere Routenpunkte etwas abzusprechen.

Hostel:

  • Hostel Reykjavík Downtown (Vesturgata 17)
  • Doppelzimmer (ohne Bettwäsche) mit Gemeinschaftsbad 6.800 ISK/Nacht
  • mit / ohne Bettwäsche buchbar (Schlafsack günstiger)
  • Frühstück 1000 ISK/Person
  • internationales Personal
  • mitten im Zentrum













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